Fünf Fragen an Almut Thölking-Baulig

Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Uwe Johnson denken?

Mecklenburg-Vorpommern. Güstrow und Klütz.
Im Germanistik-Studium in Göttingen habe ich Uwe Johnson für mich entdeckt. Später in Mecklenburg-Vorpommern hatte ich die Chance, mein Wissen über ihn zu vertiefen. Hier in seiner Heimat stoße ich immer wieder ich auf die Spuren seiner Vergangenheit.

Wie schätzen Sie die Bedeutung Uwe Johnson und seines Werkes ein? 

Für mich ist Uwe Johnson einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller – ohne Wenn und Aber. Seine Geschichte als Mensch ist spannend und faszinierend, seine Arbeit als Autor ein Meilenstein.

Welches Buch von Johnson muss man unbedingt gelesen haben und warum? 

„Jahrestage. Aus dem Leben der Gesine Cresspahl“ – Für mich der wichtigste deutschsprachige Roman des 20. Jahrhunderts.
Nicht nur, weil es sein Hauptwerk ist. Sondern weil es die Probleme der deutschen Teilung in einzigartiger Art und Weise aufgreift.
Herausragend ist für mich die Figur der Gesine Cresspahl, die Tochter eines mecklenburgischen Vaters, alleinerziehende Mutter – einfach eine starke Frau.
Einnehmend sind auch ihre Erinnerungen an ihre mecklenburgische Heimat.
Dieser Roman ist ein Muss für die, die sich für gelebte Geschichte interessieren, die weltoffen sind und trotzdem die Bodenständigkeit des Mecklenburgischen verstehen und schätzen.

Warum gehört der Uwe-Johnson-Preis unbedingt in die deutsche Literaturlandschaft? 

Wir brauchen Nachwuchstalente, egal welchen Alters, die im Sinne Johnsons Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in ihrer eigenen Art abbilden und reflektieren. Und genau die brauchen Unterstützung, in jeder Hinsicht, vor allem mit dem Uwe-Johnson-Preis.

Was wünschen Sie dem Preis? 

Auch in Zukunft vielversprechende literarische Entdeckungen und hoffnungsvolle Preisträger. Und: mehr Öffentlichkeit und mehr Anerkennung.

Fünf Fragen an Cornelia Geißler

Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Uwe Johnson denken?

Ich sehe die South Ferry vor mir, mit Gesine und Marie Cresspahl an Bord. In meinem Kopf fährt sie von New York bis nach Güstrow in Mecklenburg, weil die Johnson-Lektüre für mich Heimat und Fremde verbindet, das Ferne vertraut macht und das Nahe anders.

Wie schätzen Sie die Bedeutung Uwe Johnsons und seines Werkes ein?

Er gehört zu den Großen des 20. Jahrhunderts; auf einzigartige Weise fasst er mit seiner Sprache, seiner literarischen Methode und seinen Themen die Verstrickungen der Menschen in politische Zeitläufe.

Welches Buch von Johnson muss man unbedingt gelesen haben und warum?

„Die Jahrestage“, auch weil sie leicht zugänglich sind, wenn man am 21. August zu lesen beginnt und sich Johnsons Kosmos Tag für Tag erschließt.

Warum gehört der Uwe-Johnson-Preis unbedingt in die deutsche Literaturlandschaft?

Ich halte Literaturpreise für wichtig, um der Arbeit von Autorinnen und Autoren Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ein Preis in Johnsons Namen steht für einen hohen Anspruch an das ausgezeichnete Werk.

Was wünschen Sie dem Preis?

Die Nachricht von seiner Verleihung möge als Einladung ans Lesepublikum verstanden werden, sich mit den Büchern der Preisträgerin oder des Preisträgers zu befassen und natürlich: Uwe Johnson zu lesen.